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Wie startet man Neues, wenn alles auf Pause steht, Hannah Suppa?

24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wer um Himmels Willen kommt auf die Idee, mitten in einer Pandemie in eine neue Stadt zu ziehen? Das haben mich meine Freunde gefragt, als sie mich im November nach Leipzig gefahren haben. In der einen Woche hatte ich entschieden, meine Berliner Wohnung unterzuvermieten und das Pendeln zwischen den Städten aufzugeben, in der nächsten saßen wir schon im Auto, in Koffern und zwei Kisten nur das Nötigste, so schnell musste es gehen. Ein paar Bücher, ein paar Winterklamotten, zwei Tassen, zwei Schüsseln, ein Teller - der zweite war meiner besten Freundin noch in Berlin auf die Straße gefallen. Zwei Stunden Autofahrt später purzelte ich in diese Stadt Leipzig, die jeder als so pulsierend und lebendig beschreibt - und die, kaum dass ich da war, alles herunterfahren musste. Lockdown.
Wie beginnt man etwas Neues, wenn das Leben die Pause-Taste drückt? Hannah Suppa, selbst ganz neu in Leizpig, ist seit Dezember Chefredakteurin der LVZ. Sie sorgt dafür, dass täglich in unserer Redaktion sehr viel Neues passiert. Und Sie sagt: “Pause hat der Journalismus in dieser Pandemie nicht, im Gegenteil.”
Ich weiß zu schätzen, dass ich als Journalistin in dieser Zeit das Privileg habe, allein durch meinen Job diese Stadt und die Themen, die sie bewegen, kennenzulernen.
Noch lieber würde ich diese Stadt allerdings selbst erleben, säße ich in den Cafés und Restaurants, würde Konzerte besuchen und durch Clubs tanzen. Vielleicht nächstes Jahr. Hoffentlich. Für irgendwas muss dieser Teller, der es nie mit mir hierher geschafft hat, doch gut gewesen sein, oder? Die Scherben und das Glück und so…
Wie startet man Neues, wenn alles auf Pause steht, Hannah Suppa?

Foto: Christian Modla
Foto: Christian Modla
Ich sitze hier im Newsroom der LVZ - und wo sonst die Tastaturen klackern, eine Kollegin mit einem kurzen Ruf von Tisch zu Tisch die Überschrift schärft, ein anderer die Eilmeldung kundtut, herrscht weitestgehend Stille. Nur eine Handvoll Kolleginnen und Kollegen ist dieser Tage noch hier vor Ort. Alle anderen arbeiten derzeit im mobilen Büro. Sie, liebe Leserinnen und Leser, merken diese Ausnahmesituation hoffentlich nicht, ich spüre sie mit voller Wucht: Neue Stadt, neues Team, neue Menschen, für die ich berichten möchte, neue Aufgaben - und das ohne den persönlichen Austausch. Die Videokonferenz ersetzt nicht die inhaltliche Diskussion einer Redaktion, der Chat kann nur einen Bruchteil der nötigen Kommunikation abbilden, der Plausch mit den neuen Nachbarn oder die Radtour durch die Viertel reichen nicht, um ein Gefühl für eine sonst so pulsierende Stadt zu bekommen - Journalismus lebt doch in all seinen Formen vom persönlichen Austausch.
Es ist viel davon die Rede gewesen in diesem Jahr, dass diese Krise auch eine Chance sei: Für die Neusortierung, die Digitalisierung, das Fokussieren auf das Wichtige im Leben. Wie wahr - auch für uns! Die Pandemie hat vielen Menschen gezeigt, wie wichtig regionale Informationen aus seriösen Quellen sind. Die Nachfrage, gerade digital, nach regionaler journalistischer Einordnung war noch nie so groß wie jetzt. Wir lernen dadurch in der Redaktion jeden Tag mehr, lernen, wie wir die Themen für Sie bei aller gebotenen Schnelligkeit verständlich darstellen, aufbereiten und einordnen - auf allen Kanälen. Pause hat der Journalismus in dieser Pandemie nicht, im Gegenteil, wir haben so viel zu tun wie nie. Dass wir alle nicht in der Redaktion beisammen sein können, nutzen wir ganz pragmatisch: Und bauen den Newsroom derzeit komplett neu, die Wände sind eingerissen. Es wird Neues entstehen.
Hannah Suppa (37), ist neu in Leipzig. Seit dem 1. Dezember ist sie Chefredakteurin der LVZ. In ihren vorherigen Funktionen als Chefredakteurin für Digitale Transformation im Regionalen der MADSACK Mediengruppe und auch als Chefredakteurin der Märkischen Allgemeinen in Brandenburg hat sie sich stets viel mit “Neuem” beschäftigt - vor allem mit der Frage, wie sich Lokaljournalismus im Medienwandel verändern muss.
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Wir öffnen... Türchen 22 des LVZ-Adventskalenders

Foto: Hardy Müller/Deutsches Theater/dpa
Foto: Hardy Müller/Deutsches Theater/dpa
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