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Wie entkomme ich dem Alltag, wenn die Cafés zu sind, Daniel Kellermann?

24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
dieses Weihnachtsfest nimmt eine immer traurigere Gestalt an. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat uns gestern auf die zehn härtesten Wochen der Pandemie vorbereitet, die noch vor uns liegen und sieht das Weihnachtsfest als möglichen Auslöser für eine dritte Corona-Welle. Dieses Fest - das für viele der einzige greifbare Ausweg aus dem Alltag wäre. Ein Alltag, der die vergangenen Wochen überall von den Auswirkungen dieser Pandemie gekennzeichnet war.
Unser Leben hat sich inzwischen so verändert, dass wir der Pandemie überhaupt nur noch über unseren Alltag entkommen können, weil es gar nichts anderes mehr gibt als den Alltag. Keinen Ausgleich beim Vereinssport, im Chor, im Kneipen- oder Restaurantbesuch. Wie es der Leipziger Gastronom Daniel Kellermann ähnlich beschreibt… Wie existenziell menschliche Bedürfnisse wie Ausgleich, zwischenmenschlicher Austausch oder Nähe für uns sind, wird uns erst dann bewusst, wenn wir die Wahl nicht mehr haben, ob wir sie befriedigen wollen. Also dann, wenn die Möglichkeiten dazu schlicht nicht mehr da sind.
Darin liegt die Gegensätzlichkeit dieses Weihnachtsfestes. Wir sehen in der Nähe zu Angehörigen den Trost für die angespannte Zeit, die hinter uns liegt und Kraft geben soll, für das was vor uns liegt. Aber in genau diesem Trost liegt eben auch die Gefahr. Wenn mehr Kontakte zwischen den Menschen zu einer dritten Welle führen würden.
Trotzdem wird dieses Weihnachtsfest dazu geeignet sein, für ein paar Tage unserem Alltag zu entkommen. Das ist sicher.
Passen Sie gut auf sich auf und bis morgen - in einem bestimmt freudbetonteren Finale unseres Adventsletters,
Wie entkomme ich dem Alltag, wenn die Cafés zu sind, Daniel Kellermann?

Daniel Kellermann. Foto: Privat
Daniel Kellermann. Foto: Privat
Die wenigsten, die zu mir ins Café kommen, bleiben hier länger als eine Stunde. Häufig wird ein Kaffee bestellt und ein Stück Kuchen, mittags vielleicht ein Essen. Hierher zu kommen, ist für viele ein kleiner Break, der den Kopf öffnet. Eine kurze Pause, in der man sich mit jemandem trifft, um kurz dem Alltag zu entfliehen. Man betritt jedesmal nicht nur das Café, sondern irgendwie auch eine andere Welt. Deshalb ergibt es für mich auch keinen Sinn, jetzt Essen zum Mitnehmen anzubieten.
Es geht mir nicht darum, ausgeklügelte Menüs anzubieten – sondern einen Ort bereitzustellen, an dem sich Tag für Tag Menschen begegnen. Essen und Getränke bilden eher den Rahmen. Ich glaube, dass es die meisten Begegnungen, die sonst hier im Café stattfinden, gerade nicht gibt.
Das Gefühl, das ich meinen Gästen geben will, lässt sich aber auch woanders kreieren: Man muss dafür einfach versuchen, Essen oder Trinken als mehr als nur eine Notwendigkeit anzusehen. Ich finde, dass man einen Kaffee, der oft ausgetrunken ist ohne ihn wahrgenommen zu haben, auch ganz bewusst konsumieren kann. Man kann sich sagen, dass man gerne mit diesem Kaffee ist, ihm nachschmecken, nachspüren - selbst wenn er nicht sonderlich gut ist - sich vielleicht mit seinem Gegenüber darüber austauschen. Dieses Nachspüren und Austauschen ist, glaube ich, letztlich genauso überlebenswichtig wie das Essen oder Trinken an sich.
Daniel Kellermann (40), führt seit 2013 das Café Tunichtgut in der Kolonnadenstraße.
Wir öffnen... Türchen 23 im LVZ-Adventskalender

Porzellan von KAHLA. Foto: dpa
Porzellan von KAHLA. Foto: dpa
Hinterm 23. Türchen des LVZ-Adventskalenders verbirgt sich heute ein tolles Weihnachtsgeschenk für die Familie. Wir verlosen einen Gutschein für KAHLA-Porzellan im Wert von 250 Euro.
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Der Adventskalender der Kirchen in Leipzig

Im Adventskalender Leipziger Kirchen nimmt uns hinter dem 23. Türchen die Martin-Luther-Kirchgemeinde in Markkleeberg mit auf eine ungewöhnliche musikalische Reise. Eva Klatte spielt Weihnachtslieder auf dem Gemshorn.
23: Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg
23: Martin-Luther-Kirchgemeinde Markkleeberg
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