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Wie bleibt man anderen nah, wenn man auf Abstand gehen soll, Irena Rudolph-Kokot?

24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter24 gute Tage - der LVZ-Adventsletter

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Hätte Jesus seine Oma besucht? Das ist eine provokante Frage, sicherlich. Und doch ist es richtig, sie sich zu stellen, in dieser Zeit des zweiten Lockdowns, in der wir Kontakte reduzieren, Begegnungen vermeiden sollten. Ist es richtig, mit dem Zug quer durch die Republik fahren muss, um besinnlich unterm Weihnachtsbaum zu sitzen, während Krankenpfleger und Ärztinnen auf Intensivstationen um das Leben von schwerkranken Covid-Patienten kämpfen? Vernünftig ist es sicher nicht, doch Weihnachten ist nun mal ein hoch emotionales Ereignis. Eine Zeit, in der wir uns in die Familie zurückziehen - auch eine Zeit, in der Menschen, die alleine sind, ihre Einsamkeit oft schlimmer zusetzt als an anderen Tagen des Jahres.
Dieses Jahr werden mehr Menschen an Weihnachten allein sein als sonst. Weil sie sich und andere schützen wollen, weil sie das Reisen vermeiden, oder aus Solidarität.
Wie geht man um mit dem Alleinsein an Weihnachten, wie geht man um mit Einsamkeit - vor allem dann, wenn man sie eigentlich nicht kennt? Wie bleibt man anderen nah, wenn man auf Abstand gehen muss?
“Nähe ist relativ”, sagte uns die Politikerin Irena Rudolph-Kokot. Und wenn Sie es noch nicht getan haben, dann ist jetzt die Zeit, sich mit Videotelefonie-Programmen wie Skype, Google Hangouts oder Zoom zu beschäftigen oder (auf dem Handy) mit WhatsApp-Telefonie und (auf dem iphone) Facetime. Erklären Sie Ihren Eltern und Großeltern, wie das funktioniert - und haben Sie wiederum keine Scheu, andere anzusprechen und sich diese Programme erklären zu lassen. Ein virtuelles Weihnachtsessen hat auch den Vorteil, dass man sich jederzeit mal kurz ausklinken kann, wenn die Familie zuviel wird - “ich weiß auch nicht, die Verbindung ist ganz schlecht”.
Telefonieren Sie, senden Sie Sprachnachrichten! Oder schicken Sie Briefe, nicht virtuell, sondern echte Briefe auf Papier und mit der Post. Das klingt ganz altmodisch, aber wann, wenn nicht an Weihnachten…
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen guten Start in diese Woche. Verlieren Sie nicht die Zuversicht, auch wenn Sie zu denen gehören, deren Fest in diesem Jahr kleiner ausfällt oder die gar allein feiern. Sie sind nicht allein.
Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.
Ihre Julia Grass
Wie bleiben Sie anderen nah, wenn Abstandsregeln gelten, Irena Rudolph-Kokot?

Foto: André Kempner
Foto: André Kempner
Einander nah sein. Gemeinhin denkt man darüber nicht nach. Es sei denn, es wird verboten oder beschränkt, wie derzeit. Ich denke aber, wenn es einem wichtig ist, findet man Mittel und Wege. Ich telefoniere mit meiner Familie und Freund*innen regelmäßiger als sonst. Wobei für mich die Erfahrung, von Freunden und Familie fern zu sein, nicht neu ist. Ein Teil meiner Familie lebt in Russland.
Trotzdem sind sie mir nah, denn Nähe ist schließlich relativ.
Irena Rudolph-Kokot, 47, ist stellvertretende Vorsitzende der SPD Leipzig und Sprecherin des Aktionsbündnisses „Leipzig nimmt Platz”, das die “Legida”-Aufmärsche zum Erliegen brachte. Zuletzte organisierte das Bündnis Proteste gegen “Querdenken”.
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Ein Klassiker aus dem Erzgebirge, aus Metall, aus Zinkdruckguss mit einer Oberfläche aus Alt-Kupfer und einem freundlichen Gesicht sorgt dafür, dass die Weihnachtszeit im Lockdown wenigstens gut riecht. Wir verlosen einen Stubm Karzl Räucherofen von Huss im Wert von 69 Euro. Hier gehts zum LVZ-Adventskalender.
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Lesen im Lockdown: "Das ist dein Leben" von Meg Wolitzer

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Das Weihnachts-Abc: N wie Nikolaus

Er ist einer der bekanntesten Heiligen: Der heilige Nikolaus. Wir kennen ihn heute vor allem als alten Mann mit Rauschebart und rotem Mantel, der den Kindern Süßigkeiten und kleine Geschenke zum Nikolaustag am 6. Dezember in die Stiefel packt. Der echte Nikolaus war Nikolaus von Myra, wurde zwischen 270 und 286 geboren und starb am 6. Dezember 326. Er war Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, die damals Teil des römischen Reichs war (heute liegt sie in der Türkei). Der Name Nikolaus kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Sieg des Volkes”.
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Hinter dem 14. Türchen des Adventskalenders der Leipziger Kirchen stellt ihnen die Kirchebezirkssozialarbeit heute ihre Arbeit vor - und laden Sie dazu ein, gemeinsam mit ihnen etwas zu tun.
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